STV Affeltrangen zeigt grossen Kampf am Final 4
Der STV Affeltrangen durfte sich in diesem Jahr für das prestigeträchtige Final 4 der Nationalliga A qualifizieren – dort, wo die vier besten Teams der Schweiz um den Meistertitel kämpfen. Die Teilnahme anfangs Saison als Ziel gesetzt, dennoch nur ganz knapp in der letzten Runde gepackt. Nichtsdestotrotz war die Bühne in Oberentfelden optimal gesetzt und das Ziel klar auf dem Meistertitel.
Im Halbfinale wartete niemand Geringerer als Wigoltingen, der Qualifikationssieger und einer der Topfavoriten auf den Titel. Affeltrangen erwischte den perfekten Start: Mit viel Energie und mutigen Angriffen gelang es, den ersten Satz mit 11:9 für sich zu entscheiden – die Sensation lag kurz in der Luft.
Doch Wigoltingen reagierte mit viel Kontrolle und Erfahrung. Punkt für Punkt drehten sie das Spiel, während Affeltrangen trotz grossem Einsatz immer wieder knapp das Nachsehen hatte. Besonders der vierte Satz, der erst in der Verlängerung mit 12:10 an Wigoltingen ging, zeigte, wie hauchdünn die Unterschiede waren. Am Ende mussten die Thurgauer den Favoriten aber mit 1:4 (9:11, 11:6, 11:7, 12:10, 11:7) ziehen lassen – ein Resultat, das deutlicher aussieht, als es der Spielverlauf tatsächlich war.
Am Sonntag stand das Spiel um Platz drei auf dem Programm – und es sollte zu einem wahren Faustball-Krimi werden. Gegen Oberentfelden erwischte Affeltrangen einen Fehlstart, lag schnell mit 0:2 Sätzen zurück und schien schon geschlagen. Doch anstatt die Köpfe hängen zu lassen, mobilisierte die Mannschaft alle Kräfte. Mit leidenschaftlicher Verteidigung, cleveren Angriffen und lautstarker Unterstützung von den Rängen kämpften sich die Thurgauer zurück in die Partie.
Satz um Satz drehte Affeltrangen das Spiel, glich aus und ging sogar mit 3:2 in Führung. Die Arena kochte, das Momentum war auf Seiten der Thurgauer. Im Entscheidungssatz dann der grosse Moment: vier Matchbälle für Affeltrangen, die Bronzemedaille zum Greifen nah. Doch das Glück blieb aus – Oberentfelden wehrte alle Chancen ab und nutzte seinerseits die erste Gelegenheit eiskalt. Mit 4:3 (12:14, 9:11, 11:7, 11:9, 11:9, 8:11, 10:12) ging das Drama zu Ende.
Auch wenn es am Ende nicht für Edelmetall reichte, bewies der STV Affeltrangen, dass er auf höchstem Niveau bestehen kann. Es fehlt aber schlussendlich überall noch ein wenig Cleverness, Finesse oder Spielglück, um auf der grössten nationalen Bühne zu bestehen. Trotzdem möchte ich Elgg-Ettenhausen gratulieren, die sich im Finale ebenfalls in einem sieben Sätze Krimi gegen Wigoltingen durchsetzen konnten.
Jetzt gilt der Fokus dem Blick nach vorne: Bereits am 20. September 2025 bietet sich im Cupfinal in Berlingen die Chance auf das direkte Duell mit dem frisch gekrönten Schweizer Meister. Wir wünschen der Mannschaft viel Erfolg und hoffen das dort der verpasste Erfolg im Final 4 nachgeholt werden kann.